Psyche und Gesellschaft: Gedanken zur Bundestagswahl 2017

Viele Menschen, die Donald Trump in den USA oder die AfD in Deutschland gewählt haben taten dies in einem Zustand, der auch als Affektlogik bezeichnet werden kann. Ein Affekt ist ein heftiger Erregungszustand aus Wut und Angst, der in den meisten Fällen durch eine Bedrohung menschlicher Grundbedürfnisse ausgelöst wird. Ein sehr wichtiges Grundbedürfnis jedes Mernschen ist das nach Zugehörigkeit. Viele Wähler von Trump oder der AfD fühlen sich von der Politik und Gemeinschaft ausgegrenzt und erleben daher eine permanente Bedrohung dieses Grundbedürfnisses. Menschen in Affektlogik sind ihrem Erleben so stark ausgeliefert, dass sie nicht offen für rationale Erklärungen und Argumente sind, diese sogar fast wahnhaft als Verschleierung oder Teil einer Verschwörung empfinden können. Wir als Gesellschaft sind daher aufgefordert diese Not und Betroffenheit anzuerkennen und ihr standzuhalten ohne uns gleichzeitig zu affektlogischen und vereinfachten Antworten und Reaktionen hinreisen zu lassen. Wir dürfen diese Menschen nicht noch weiter ausgrenzen, sondern müssen sie wieder in die Gesellschaft zurückholen. Dies erfordert einerseits politische Entscheidungen, die die Probleme dieser Menschen wirklich ernst nehmen und andererseits dürfen auch wir unsere Argumente und unsere emotionalen Reaktionen nicht unreflektiert miteinander vermischen.

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